Schwarze Löcher entstehen, wenn massereiche Sterne am Ende ihres Lebens kollabieren. Die Schwerkraft überwindet alle anderen Kräfte — der Kern verdichtet sich so extrem, dass er eine Singularität bildet: einen Punkt, an dem Dichte und Raumkrümmung unendlich werden und die bekannten Gesetze der Physik aufhören zu gelten.
Um die Singularität liegt der Ereignishorizont — keine physische Oberfläche, sondern eine geometrische Grenze. Wer sie überschreitet, verlässt für immer die beobachtbare Welt. Die Fluchtgeschwindigkeit übersteigt dort die Lichtgeschwindigkeit, und da nichts schneller als Licht reisen kann, gibt es keinen Rückweg — nicht für Materie, nicht für Information, nicht einmal für Licht selbst.
In der extremen Gravitation nahe dem Horizont verläuft Zeit messbar langsamer. Ein Beobachter, der sich dem schwarzen Loch nähert, würde erleben, wie die Außenwelt in Jahrmillionen versinkt, während er selbst kaum altert. Rotierende schwarze Löcher ziehen die Raumzeit wie ein Strudel mit sich: In der Ergosphäre kann kein Objekt stillstehen — selbst Licht wird mitgedreht.
Schwarze Löcher selbst sind unsichtbar — aber ihre Wirkung macht sie sichtbar. Umgebendes Gas erhitzt sich durch Reibung auf Millionen Grad und leuchtet als Akkretionsscheibe auf. Ihr Gravitationsfeld krümmt das Licht entfernter Sterne und lässt diese an Positionen erscheinen, wo sie nicht sind. Das erste direkte Bild eines schwarzen Lochs gelang dem Event Horizon Telescope im Jahr 2019.