Themen der Genetik

Wie die DNA zu sichtbaren Merkmalen wird — von der Struktur der Erbinformation bis zur Entstehung des Körpers.

01 · Struktur

DNA-Struktur

Die DNA ist eine verdrehte Leiter aus Basenpaaren — Adenin immer mit Thymin, Guanin immer mit Cytosin. In dieser linearen Abfolge von nur vier Buchstaben ist die gesamte Bauanleitung eines Lebewesens gespeichert: drei Milliarden Basenpaare, aufgewickelt in jeden Zellkern.

Einstieg
DNA Info-Seite →
A T G C T A C G Zucker- Phosphat Doppelhelix — 4 Basen, 1 Code
02 · Vererbung

Mendelsche Erbgänge

Gregor Mendel entdeckte die Regeln der Vererbung an Erbsen: Merkmale werden durch Allele übertragen, von denen jedes Individuum zwei trägt. Ist eines dominant, wird es sichtbar — das rezessive bleibt verborgen, wird aber weitergegeben und kann in der nächsten Generation wieder auftauchen.

Grundlagen
Mendelsche Erbgänge →
Elternteil 1 Elternteil 2 Aa Aa × A a A a AA Aa Aa aa Phänotyp-Verhältnis 3 × dominant (sichtbar) 1 × rez. Spaltungsregel: 3 : 1
03 · Zentrales Dogma

Transkription & Translation

Aus der DNA wird zuerst eine Boten-RNA abgeschrieben (Transkription). Diese verlässt den Zellkern und wird am Ribosom in eine Proteinkette übersetzt (Translation). Dieser Weg — DNA → mRNA → Protein — ist das Zentrale Dogma der Molekularbiologie und gilt für alle bekannten Lebewesen.

Mittel
Transkription & Translation →
Zellkern DNA Vorlage Transkript. mRNA Export Ribosom Protein Translation
04 · Ausdruck

Proteine als Bauteile

Proteine sind die ausführenden Moleküle der Gene. Als Strukturproteine (Keratin) bilden sie Haare und Nägel; als Pigmente (Melanin) bestimmen sie Haut- und Haarfarbe; als Enzyme steuern sie den Stoffwechsel. Was ein Gen bewirkt, hängt davon ab, welches Protein es kodiert und wo es aktiv ist.

Mittel
DNA-Bausatz →
Aminosäurekette ··· Faltung Protein Keratin Haare, Nägel Melanin Pigment, Farbe Rezeptor Signale, Sehen Ein Gen → ein Protein → ein Merkmal
05 · Regulation

Genregulation

Jede Körperzelle trägt dieselbe DNA — doch eine Hautzelle macht andere Proteine als eine Nervenzelle. Transkriptionsfaktoren binden an spezifische DNA-Abschnitte vor einem Gen und schalten es an oder ab. Diese Feinsteuerung erklärt, wie aus einer Zelle hundert verschiedene Zelltypen entstehen.

Fortgeschritten
Genregulation →
Enhancer Promoter Gen TF Aktivator RNA Pol II mRNA Transkriptionsfaktoren steuern die Aktivität
06 · Epigenetik

Epigenetik

Über der DNA-Sequenz liegt eine zweite Informationsschicht: Methylgruppen an CpG-Stellen und Modifikationen an Histonen schalten Gene aus, ohne den Buchstabencode zu ändern. Diese Markierungen können durch Umwelt und Erfahrungen verändert werden — und teilweise sogar vererbt.

Fortgeschritten
Epigenetik →
Histon Oktamer CH₃ Methyl CH₃ Gen: AUS Gen: AN Keine Sequenzänderung — nur Zugänglichkeit epigenetischer Schalter
07 · Entwicklung

Entwicklungsgenetik

Wie wird aus einer einzigen befruchteten Zelle ein Körper mit Kopf, Rumpf und Gliedmaßen? Hox-Gene definieren entlang der Körperachse, welches Segment was wird. Sie sind so grundlegend, dass dieselben Gene in Fliegen, Mäusen und Menschen auftreten — und immer denselben Job machen.

Komplex
Entwicklungsgenetik →
Anterior Posterior Hox 1–3 Hox 4–6 Hox 7–9 Hox 10–12 Hox 13 Hox-Cluster Kopf Hals Thorax Bauch Ende Hox-Gene — universeller Bauplan des Lebens