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Schwache Wechselwirkung · W-Boson

Beta⁺-Zerfall

Der Beta-plus-Zerfall ist das Spiegelbild des Beta-minus-Zerfalls: Ein Proton wandelt sich in ein Neutron um, emittiert ein Positron – das Antiteilchen des Elektrons – sowie ein Elektron-Neutrino. Er tritt bei protonenreichen Kernen auf und ist die physikalische Grundlage der Positronen-Emissions-Tomographie (PET), der wichtigsten Bildgebungsmethode der Nuklearmedizin.

Reaktion
Vor dem Zerfall
p
→
Nach dem Zerfall
n e⁺ νₑ
p → n + e⁺ + νₑ
via W⁺-Boson (virtuell)
Legende
p · Proton
n · Neutron
e⁺ · Positron (Antiteilchen des Elektrons)
νₑ · Elektron-Neutrino
W⁺ · W-Plus-Boson (Austauschteilchen)
Animation
Hintergrund

Auf Quark-Ebene wandelt ein virtuelles W⁺-Boson ein Up-Quark (u) des Protons in ein Down-Quark (d) um: Proton (uud) → Neutron (udd). Gleichzeitig entstehen Positron und Elektron-Neutrino. Der Beta-plus-Zerfall ist nur dann energetisch möglich, wenn die Masse des Mutterkerns die des Tochterkerns plus zwei Elektronmassen überschreitet – eine deutlich strengere Bedingung als beim Beta-minus-Zerfall.

Das emittierte Positron annihiliert nach wenigen Millimetern im Gewebe mit einem Elektron und erzeugt zwei Gammaquanten mit exakt 511 keV in entgegengesetzten Richtungen. Dieses Koinzidenzsignal ist die Grundlage der PET: Ein Ring von Detektoren registriert die gleichzeitigen Photonen und rekonstruiert daraus den Ort des Zerfalls mit millimetergenauer Auflösung. PET-Scans zeigen Stoffwechselaktivität in Echtzeit.

Klinisch eingesetzte Beta-plus-Strahler sind kurzlebige Isotope, die direkt am Zyklotron erzeugt werden: Fluor-18 (¹⁸F, Halbwertszeit 110 min) in Form von FDG (Fluordesoxyglucose) für Tumordiagnostik und Neurologie; Stickstoff-13 (¹³N, 10 min) für Myokardperfusion; Kohlenstoff-11 (¹¹C, 20 min) für spezialisierte Rezeptor-Bildgebung. Die kurzen Halbwertszeiten erfordern ein Zyklotron direkt am Krankenhaus.